Magazin
22. Juni 2017, 
Maik Kieselbach

History Marketing International

History Marketing auf internationaler Ebene muss sich mit der Verständlichkeit und Übertragbarkeit von Kommunikationsstrategien und -maßnahmen jenseits kultureller, sozialer und sprachlicher Barrieren beschäftigen. Wie können Global Player die Geschichten, die ihren Markenkern spür- und erlebbar machen, für ihre Zielgruppen auf unterschiedlichen Kontinenten gleichermaßen historisch fundiert und emotionalisierend erzählen?

Um sich diesen Themen zu nähern und den internationalen Austausch dazu zu verstärken, reisten mit Dr. Katja Happe und Sebastian Büttner zwei Berater aus dem Team History Marketing von Birke und Partner nach Stockholm. Auf der Konferenz der Section Business Archives im International Council on Archives (ICA), perfekt organisiert von unserem schwedischen Netzwerkpartner Centre for Business History, trafen sich 150 Unternehmensarchivare, Kommunikatoren und Wirtschaftshistoriker aus 31 Ländern und 125 verschiedenen Institutionen. Unter dem Leitthema „The Future Role of Business Archives“ beschäftigten sich die Teilnehmer mit verschiedensten Strategien und Möglichkeiten, wie aus den historischen Produkten und Dokumenten, die in den Unternehmensarchiven gesichert werden, die Storys destilliert werden, die tragende Markenwerte transportieren und somit intern und extern zum größtmöglichen Nutzen für die Marke eingesetzt werden können.

Die Referenten international bedeutender Unternehmen und Institutionen – von Anheuser-Busch/Budweiser bis Martini & Rossi, von Mercedes-Benz bis zur Wikimedia Foundation – gaben in ihren Vorträgen Einblicke in ihre Arbeitsrealitäten und zeigten, wie sie das Gedächtnis ihrer Institution – digital wie analog – dauerhaft verfügbar machen, mit welchen Maßnahmen sie die Unternehmensgeschichte markenfördernd einsetzen und welche Herausforderungen sie dabei für die Zukunft sehen.

Im diesjährigen Super-Bowl-Werbespot von Budweiser wird auf aufwändige Weise der Gründungsmythos von Anheuser-Busch inszeniert. Auf der Konferenz berichtete Tracy Lauer, als Historikerin im Unternehmen auch für Archivmanagement verantwortlich, über den Entstehungsprozess  und die Einbindung der „historischen Abteilung“ von Budweiser. Die Stellenbezeichnung von Ms. Lauer: „Chief Storyteller“.

In einem waren sich alle Referenten einig: Die Sicherung der eigenen Identität und die Nutzbarmachung seiner Geschichte durch Storytelling eröffnet dem Unternehmen einen Content-Pool von unnachahmlicher Authentizität und starkem Wiedererkennungswert. Gute Geschichten bleiben eben einfach im Kopf! Auf welche Weise ein Unternehmen jedoch seine ureigenen Geschichten in die Welt bringt, dafür gibt es viele und ganz individuelle Wege.

Auch abseits der Vorträge hatte die ICA SBA 17 vieles zu bieten: Inspirierende Gespräche mit Personen, die sich auf unterschiedlichste Arten mit History Marketing auseinander setzen, eine top organisierte Tagung in der stimmungsvollen Atmosphäre der Eric Ericsson Hall, diskussionsreiche Abendveranstaltungen im Absolut Atelier und im Volvo Showroom – und natürlich auch einfach Stockholm an sich!

Zurück nach Deutschland ging es mit vielen Erfahrungen, Anregungen und Kontakten im Gepäck. Das Arbeiten an der Methodik internationaler Vermittlung von Unternehmensgeschichte macht definitiv Spaß!

Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Gastgeber Alexander Husebye, Anders Sjöman und das ganze Team vom Centre for Business History für die hervorragende Organisation und kurzweilige Moderation der Konferenz!

Übrigens: Sämtliche Beiträge der Konferenz wurden gefilmt und können hier angesehen werden:
ICA SBA 17 – „The Future Role of Business Archives“

Auch auf Twitter sind viele Kommentare und Bilder zu finden: #ICASBA17 und über unseren Kanal @BuP_history.